Aktuelles

06/2020 – Datenschutzgerechtes Arbeiten von Zuhause: Dezentral und quelloffen

Corona hat gezeigt: Arbeiten von Zuhause aus ist in vielen Unternehmen möglich. Laut Studien wünschen sich über die Hälfte der Deutschen auch nach der Corona-Pandemie flexibler aus dem Homeoffice arbeiten zu können. Der Bundesarbeitsminister Hubertus Heil will sogar ein Recht auf Homeoffice einführen. Die Verantwortung liegt nun bei den Unternehmen ihren Mitarbeitenden eine datenschutzkonforme, dezentrale und quelloffene technische Ausstattung zur Verfügung zu stellen.

Von Anwendungen mit zentraler Datenspeicherung raten wir generell ab, da die Datensouveränität über die eigenen Daten nie vollständig gegeben ist. Zoom macht seit Monaten durch massive Sicherheitslücken Schlagzeilen. Unter anderem stand das Tool in der Kritik, die E2E-Verschlüsselung nur für den Text Chat eines Meetings anzubieten, aber nicht für die Audio- und Video-Feeds. Stattdessen nutzt der Dienst TLS, sogenannte Transportverschlüsselung. Das heißt, Zoom selbst hat nach einer Videokonferenz weiterhin vollen Zugriff auf die übertragenen Daten inklusive Video- und Audio-Feed. Microsoft (Teams) geriet ebenfalls wegen Datenschutzmängeln und Sicherheitslücken in die Kritik. Außerdem erfasst Microsoft systematisch Daten in großem Umfang über die Standard Anwendungen, ohne die Anwender:innen darüber zu informieren. Ein weiteres Datenschutzproblem hängt mit dem sogenannten „CLOUD Act“ zusammen. Es besagt, dass US-amerikanische Internetunternehmen und IT-Dienstleister den US-Behörden im Falle einer Ermittlung Zugriff auf alle von ihnen gespeicherten Daten gewähren müssen,selbst wenn deren Speicherung außerhalb der USA erfolgt. Und sogar dann, wenn die Gesetzeslage am Speicherort eine Herausgabe der Daten verbietet.

Wir stellen ideale und datenschutzkonforme Tools fürs Homeoffice vor, die sich bisher bewährt haben.

Team Chat-Tools

  • Mattermost ist eine echte Open-Source Alternative zu Slack. Sie bietet alle Funktionen, die Anwender:innen von Slack kennen: Öffentliche und private Chaträume, Eins-zu-Eins Nachrichtenversand, Dateiaustausch, benutzerdefinierte Emojis, Webhooks, Slash-Befehle und Mehrsprachenunterstützung.
  • Riot ist eine plattformübergreifende Open-Source-Software für Chat, IP- und Video-Telefonie über die Matrix-Protokolle. In dieser sind bereits existierende Kommunikationsplattformen wie IRC, Slack, Twitter, Telegram und Apple iMessage eingebunden.
  • Die Gruppen-Chat-Anwendung Zulip zeichnet sich durch weitreichende Integrationsmöglichkeiten für in der Softwareentwicklung wichtige Tools wie GitHub und Jenkins aus. Themenspezifische, geschlossene Gruppenchats, die Speicherung aller Nachrichten in einem Stream, Privatchats, Statusanzeigen, Dateiuploads, Emojis sowie E-Mail- und Desktop-Benachrichtigungen sind einige Features, die Zulip bietet.

Weitere Informationen gibt es ebenfalls unter unseren Team Chats.

Web-Meetings

  • Die quelloffene Software Jitsi ermöglicht Videokonferenzen mit einem oder mehreren Teilnehmenden. Neben dem Video- bzw. Audiochat bietet Jitsi Meet außerdem die Funktionen der Desktop-Freigabe und des Screen-Sharings bestimmter Fenster, um Inhalte zu präsentieren.
  • Kopano Meet ist ein Videokonferenztool, welches völlig unabhängig von den anderen Kopano-Apps arbeitet, so dass die Installation der anderen Apps keine zwingende Voraussetzung stellt.

Weitere Informationen gibt es ebenfalls hier.

Unsere Empfehlung für Tagungen:

BigBlueButton ist ein Webkonferenzsystem, das sich ebenfalls gut für E-Learning eignet. Die Plattform ermöglicht die gemeinsame Nutzung mehrerer Video- und Audioformate, eines Whiteboards, eines Chats, gemeinsam editierbaren Notizen sowie eine Screen-Sharing-Funktion in Echtzeit. Zusätzlich können bei Bedarf Unterrichtsstunden, Vorlesungen, Seminare oder Vorträge aufgezeichnet werden.

Sprechen Sie uns an, wenn Sie bei der Auswahl eines passenden Tools für Ihr Unternehmen oder für dir private Nutzung Hilfe gebrauchen können – für ein unverbindliches Gespräch stehen wir jederzeit gerne zur Verfügung!

 

 

05/2020 DSGVO-konformes E-Learning mit BigBlueButton, Moodle und Nextcloud – Datenschutz beginnt bei den Kleinsten

In der aktuellen Corona-Krise hat sich der Unterricht plötzlich von der Schule in den digitalen Raum verlagert. Das heimische Klassenzimmer stellt dabei neue Herausforderungen an alle Beteiligten. Wir finden: Schulen müssen deutlich mehr auf datenschutzkonforme, dezentrale und quelloffene Lösungen im Homeschooling setzen! Denn während in Deutschland schon wieder Restaurants und Cafés öffnen, bleibt der Schulbetrieb alles andere als normal. Der Einsatz digitaler open-source-Lösungen ist hier gefragt.

BigBlueButton (kurz BBB) ist ein Webkonferenzsystem für E-Learning. Die Plattform ermöglicht die gemeinsame Nutzung mehrerer Video- und Audioformate, eines Whiteboards, eines Chats, gemeinsam editierbaren Notizen sowie eine Screen-Sharing-Funktion in Echtzeit. Zusätzlich können Unterrichtsstunden und Vorlesungen aufgezeichnet werden.

Maßgeschneiderte Werkzeuge für Lehrkräfte

Lehrer:innen können ihre Audiodaten, Folien, Chats, Videos und Desktops mit den Schüler:innen teilen. Integrierte Umfragen machen es zudem einfach, Schüler:innen in den Unterricht einzubinden.
Bei Nutzung des Whiteboard-Tools werden die eingetragenen Informationen in Echtzeit den Schülern zur Verfügung gestellt. Lehrkräfte haben die Möglichkeit, in Präsentationsfolien hinein zu zoomen, diese hervorzuheben sowie in diesen zu zeichnen und zu schreiben. Hierdurch ergibt sich eine visuelle Verbesserung beim Unterricht.

BBB für Gruppenarbeit

Dadurch, dass eine BBB-Aktivität für eine Arbeitsgruppe eröffnet werden kann, ist auch Gruppenarbeit ohne Moderation möglich. Der Rauminitiator kann allen Teilnehmenden Moderatorenrechte geben, so dass diese in BBB alle Funktionen nutzen können. Jedem Teilnehmenden einer Online-Gruppenarbeit steht es frei, seine eigene Webcam zu nutzen. Hierdurch ist es zum Beispiel möglich, dass Wortmeldungen mittels Handzeichen signalisiert werden können. Des Weiteren können Teilnehmende miteinander chatten und Informationen austauschen.
Die einfache API erleichtert die Integration eigener Produkte und punktet mit einer langen Liste vorhandener Integrationsmöglichkeiten mit Anwendungen von Drittanbietern wie Canvas, Drupal, RedMine, Wordpress uvm. BBB kann bspw. in Moodle LMS integriert werden, so dass Teilnehmende, die nicht an einer Live-Sitzung teilgenommen haben, sich diese später anzeigen lassen können. Außerdem ermöglicht dies Schüler:innen den Abruf der Materialen für das Webinar und andere Aktivitäten, wie z.B. Abgaben der Aufgaben, Diskussionen in Foren, Erstellung gemeinsamer Ergebnisprotokolle in Wikis usw.

Datenschutz

Das Video- und Webkonferenz-System ist aufgrund strenger Datenschutzvorschriften selbstverständlich mit SSL verschlüsselt. Der Server Standort ist in Deutschland, jedoch kann BigBlueButton auch auf eigenen Servern betrieben werden. Die Datenübertragung ist zusätzlich mittels SRTP gesichert, welches für die verschlüsselte Übertragung von Kommunikation über das Internet geeignet ist. Ein weiteres positives Feature: Die Aufzeichnung des Unterrichtes bedarf einer datenschutzrechtlichen Einwilligung aller Beteiligten vor Beginn der Aufzeichnung.

Weitere Informationen zu BigBlueButton gibt es ebenfalls unter https://www.aixzellent.com/de/premium_e-learning.

heart Unsere Lieblingskombination: BBB, Moodle & Nextcloud

BBB und Moodle können in Nextcloud integriert werden, sodass die Funktionen gezielt weiterverwendet werden können, welche für Schulen und Teamarbeit geeignet sind. Ein sicherer Datenaustausch, ein Kursmanagementsystem, eine einfache Bedienung und die Nutzung der anderen Kollaborationswerkzeuge in Nextcloud wie OnlyOffice, Chat, ein Kalender usw., machen diese Kombination besonders attraktiv. Außerdem können BBB und Moodle durch die Integration in Nextcloud ausschließlich in Deutschland gehostet werden, so dass ein DSGVO-konformer Betrieb möglich ist.  

Weitere Informationen zur Nextcloud gibt es ebenfalls unter https://www.aixzellent.com/de/premium_privateclouds.

Die (teilweise) Schließung von Schulen und anderen Bildungseinrichtungen führt zu einer großen Unsicherheit. Fest steht, durch die richtigen E-Learning-Tools können nicht nur die Kleinsten unserer Gesellschaft geschützt, sondern Lehrkräfte und Schüler:innen entlastet und der Unterricht zuhause so attraktiv wie möglich gestaltet werden. Wenn Schulen und andere Bildungseinrichtungen jetzt nicht bereit sind, sichere Lösungen zu Gunsten des Datenschutzes zu wählen, geht das langfristig auf Kosten der Privatsphäre und den Datenschutz.

 

04/2020 Corona-Apps & Datenschutz? Machbar!

Corona-Datenschutz-Apps sollen die Verbreitung des Coronavirus‘ in Deutschland verlangsamen und wichtige Forschungsdaten erheben. Durch Rückschlüsse, wie sich das Virus ausbreitet, soll eine App entscheidend helfen. Vor allem das am 1. April 2020 vorgestellte “Pan-European Privacy-Preserving Proximity Tracing” (PEPP-PT) steht jedoch massiv in der Kritik von Datenschützer:innen. Die Bundesregierung hat sich nun offenbar für diese zentrale Lösung entschieden.

Folgende Apps sind in Deutschland bereits verfügbar bzw. noch in der Konzeption:

► Verfügbar: Datenspende-App des RKI
Eine Datenspende-App wird bereits vom Robert-Koch-Institut zum Download zur Verfügung gestellt. Mithilfe einer Smartwatch oder eines Fitnesstrackers werden Vitaldaten gesammelt und in anonymisierter Form dem RKI zur Verfügung gestellt. Auch diese App steht bereits massiv unter Kritik.

► Verfügbar: CoroNotes-App des Max-Plank-Instituts
Durch diese App wollen Forscher:innen vor allem den Krankheitsverlauf der Erkrankung besser nachvollziehen. In der Smartphone-Anwendung des Max-Plank-Instituts werden Fragen zu aktuellem Gesundheitszustand, Symptomen und Vorerkrankungen beantwortet.

► Verfügbar: Crowdless-App der ESA
Die europäische Weltraumorganisation ESA ist ebenfalls an einer Corona-App beteiligt, indem es das britische Start-Up Lanterne unterstützt. Dieses hat die Vermeidung von Menschenansammlungen zum Ziel. In der App des Unternehmens sollen über anonymisierte Daten von Google Maps und Google Places die Besuchszahlen der umliegenden Geschäfte ermittelt werden, um ein Ausweichen auf weniger gut besuchte Einkaufsmöglichkeiten zu ermöglichen.

► Noch in Arbeit: Corona-Warn-App der Bundesregierung
→ Geplanter Start: Ende Mai
Die Bundesregierung hatte für die geplante App drei unterschiedliche technische Konzepte in der näheren Auswahl. Mithilfe der sogenannten PEPP-PT-Technologie sollen per Bluetooth Infektionsketten schnell erkannt und Kontaktpersonen nachverfolgt werden. Auch der rivalisierende Ansatz D3PT (Decentralized Privacy Preserving Proximity Tracing) sowie die in Österreich eingesetzte Technik der Accenture GmbH wurden durch die Bundesregierung betrachtet und bewertet. Nun hat sich die Bundesregierung offenbar für die zentrale Lösung der PEPP-PT-Technologie entschieden und verspricht sich davon vor allem mehr epidemiologische Erkenntnisse.

► Noch in Arbeit: Apple & Google arbeiten an einer Corona-Warn-App
→ Geplanter Start: Mitte Mai
Ähnlich wie die PEPP-PT-Lösung soll auch die App dieser beiden großen Hersteller funktionieren. Eine entsprechende Bluetooth-Technologie soll zunächst als Grundlage für nationale Corona-Apps dienen und in einem zweiten Schritt direkt per Software-Update in die Betriebssysteme Android bzw. iOS integriert werden. Nutzer:innen sollen der Aktivierung dabei manuell zustimmen können. Ein Unterschied zum Ansatz der deutschen Bundesregierung ist die dezentrale Datenspeicherung, die angesichts der beiden Unternehmenshistorien für Verblüffung sorgt.

enlightened Und der Datenschutz?

Mehr als 300 Wissenschaftler:innen aus 26 Ländern warnen vor einer „beispiellosen Überwachung der Gesellschaft“ durch Corona-Apps, die keinen datenschutzkonformen Standards unterliegen.1 Dahinter steckt vor allem Kritik an dem Projekt PEPP-PT: Die Bluetooth-basierten Vorschläge könnten zum Teil eine Überwachung durch staatliche Akteure und private Unternehmen ermöglichen, die auf katastrophale Weise das Vertrauen in und die Akzeptanz für solche Anwendungen in der Gesellschaft beschädigten. Vorwürfe lauten unter anderem auch mangelnde Transparenz. So ist bspw. die Schweizer Firma AGT in das Projekt involviert, die vor einigen Jahren Massenüberwachungssysteme für arabische Staaten aufgebaut haben soll.2 Auch die zentrale Speicherung der Daten steht unter massiver Kritik. Dabei wird angenommen, dass es eine absolut ehrliche und zentrale Instanz gibt, die sich die gespeicherten Daten niemals anschaut oder weiterverwendet. Diese zentrale Instanz soll in Deutschland das RKI stellen, das jedoch bis heute keine Auskunft über zentrale datenschutzrelevante Problemstellungen geliefert hat.

Doch kann eine App ihren Zweck erfüllen und gleichzeitig Datenschutz gewährleisten? Ja, dezentral! Heutzutage können Netzwerke so aufgebaut werden, dass Daten nicht zentral gesammelt werden müssen. Durch die Art der Programmierung wird verhindert, dass Daten anfallen, die für eine Überwachungs-App missbraucht werden könnten. Man muss sich also nicht zwischen Hilfe zu Corona und Datenschutz entscheiden.

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1 Das gemeinsame Statement vom 20.04.2020 gibt es hier zum Nachlesen: https://drive.google.com/file/d/1OQg2dxPu-x-RZzETlpV3lFa259Nrpk1J/view
2 https://www.aargauerzeitung.ch/schweiz/umstrittene-firma-aus-zuerich-ist-in-geplante-corona-app-involviert-datenschuetzer-melden-bedenken-an-137683803

 

04/2020 Homeoffice-Tools: Es ist nicht alles Gold, was glänzt...
(Open-Source-) Alternativen zu kommerziellen Messaging- und Videokonferenz-Tools

So begrenzt die aktuelle Lebenssituation aufgrund von Covid-19 aktuell ist, so unbegrenzt sind die Möglichkeiten der Kommunikation im Homeoffice. (Dienst-)Handy, privates Festnetz, Chatprogramm, E-Mail, Videokonferenzen u.v.m. – die Möglichkeiten sind breit gefächert. Die Zunahme der Homeoffice-Arbeitsplätze treibt den Einsatz von Kollaborationslösungen und Videokonferenz-Tools voran und beschert ihnen einen Boom, wie man ihn noch nie erlebt hat. Vielen Anbietern wird die steigende Beliebtheit jetzt zum Verhängnis.

Ein Blick auf bekannte Anbieter unterstreicht beispielsweise den Ansturm auf Messenger- und Videokonferenz-Tools: Slack vermeldet einen Anstieg gleichzeitig verbundener User von 10,5 auf 12,5 Millionen innerhalb weniger Tage. Microsoft Teams hat inzwischen die Marke von 44 Millionen täglichen Usern geknackt. Auch Google kommt der Boom virtueller Meetings zugute: Die Nutzung der Google-Lösung „Google Hangouts Meet“ sei heute 25 Mal höher als im Januar. Zoom konnte ebenfalls von der aktuellen Situation profitieren. Das Videokonferenz-Tool ist vor allem wegen seiner Anwenderfreundlichkeit, seiner Preisstruktur und des einfachen Deployments geschätzt. Doch gerade in puncto Sicherheit zog Zoom nun viel Kritik auf sich: Unzureichende Anrufverschlüsselung, Sicherheitslücken, Datenaustausch mit Facebook oder geleakte E-Mails und Fotos von User:innen – die Liste ist lang.

Zum Glück gibt es viele spannende Alternativen, die unter anderem auch als Open-Source-Lösung verfügbar sind. Wir haben euch jeweils drei sichere und anwenderfreundliche Messenger- und Videokonferenz-Tools herausgesucht:

Mattermost, Riot & Zulip

Die webbasierten Messaging-Lösungen Mattermost, Riot und Zulip punkten durch plattformübergreifende Verfügbarkeit. Sie haben sowohl eigene Desktop-Clients als auch Clients für Mobilbetriebssysteme. Direktnachrichten, Gruppennachrichten, Archive und Datenversendung sind bei allen drei Anwendungen verfügbar. Riot bietet darüber hinaus auch Video- und Internettelefonie an. Diese Funktionen sind bei Mattermost und Zulip bisher nur eingeschränkt verfügbar. Auch bei der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung kann Riot punkten, die anderen beiden Dienste verfügen über eine Transportverschlüsselung. Wer genaueres über die jeweiligen Anbieter erfahren möchte, wird [hier...] fündig.

 

Jitsi Meet, Kopano Video Meetings und Mikogo

Jitsi umfasst mehrere Open-Source-Projekte, mit denen man auf einfache Weise sichere Videokonferenzen durchführen kann. Die quelloffene Software Jitsi Meet ermöglicht Videokonferenzen mit einem oder mehreren Teilnehmenden. Neben dem Video- bzw. Audiochat bietet Jitsi Meet außerdem die Funktionen der Desktop-Freigabe und des Screen-Sharings bestimmter Fenster, um Inhalte zu präsentieren. Zusätzlich steht eine integrierte Chat-Funktion zur Verfügung, um textbasierte Inhalte mit anderen Teilnehmenden zu teilen. Neben dem Webinterface ist Jitsi Meet ebenfalls als App über Android und iOS verfügbar.

Die endgerätunabhängige Software Kopano Video Meetings wurde für den Einsatz in Unternehmen entwickelt und erlaubt „Peer to Peer“ verschlüsselte Kommunikation. Sie kann innerhalb einer Private Cloud ausgerollt werden. Zu den Funktionen zählen Video und Audio Gespräche, Eins-zu-Eins-Gespräche sowie Gruppenanrufe.

Über Mikogo kann der eigene, ausgewählte Bildschirminhalt angezeigt und somit anderen, authentifizierten Nutzer:innen zugänglich gemacht werden. Eine Fernsteuerung des Bildschirms ist bei diesem Anbieter ein großer Pluspunkt. Der Präsentierende kann, nach Zuteilung der notwendigen Rechte, die Kontrolle über einen anderen Computer übernehmen und umgekehrt. Mit der integrierten Whiteboard -Funktion kann der Präsentierende außerdem Bildschirminhalte auszeichnen oder mit Bemerkungen versehen. Die Sperrung und Freigabe von Teilnehmenden, die Aufzeichnung von Sitzungen und ein Sitzungsplaner zählen ebenfalls zu nützlichen Funktionen.

Mehr Infos über diese Anbieter gibt's [hier...].

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Und noch ein Letztes:

Wer über vollste Datensouveränität verfügen möchte, sollte einen eigenen Server aufsetzen (lassen). Wem das Know-How oder auch die benötigte Zeit fehlt dies zu tun, kann bei vielen Anbietern eigene Server hosten lassen. Auch wir kümmern uns um die Einrichtung, die individuelle Konfiguration, den laufenden Betrieb und die benötigte Power. Für Fragen stehen wir jederzeit gerne zur Verfügung!

 

 

03/2020 Homeoffice zu Zeiten der Corona-Pandemie

Seit Ende 2019 breitet sich aus China die von dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelöste Lungenkrankheit COVID-19 rasant aus, hat mittlerweile Europa erreicht und sich schnell zu einer globalen Pandemie entwickelt. „Flatten the Curve“ heißt nun das Gebot der Stunde: Die Ausbreitung der Infektionen soll so stark wie möglichst verlangsamt werden, um einen Kollaps des Gesundheitssystems vorzubeugen. Immer mehr Unternehmen rüsten sich nun für Homeoffice. Dies ist nicht nur Werkzeug, um die Verbreitung zu verlangsamen, sondern auch im Fall der Fälle die einzige Möglichkeit, den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten. Groupware-Funktionen und Cloud-Dienste sind dabei grundlegend für eine funktionierende Unternehmensarbeit.

Unternehmen können helfen die Ansteckungskurve flach zu halten. Als Vorsichtsmaßnahmen zur Verhinderung der Ansteckung und der Ausbreitung des Virus arbeiten Menschen bereits für mehrere Wochen ausschließlich im Homeoffice und beschränken den Kontakt mit anderen Menschen auf ein Minimum. Schon der ausfallende Arbeitsweg und der fehlende direkte Kontakt der Belegschaft untereinander kann die Verbreitung der Corona-Pandemie verlangsamen.

Die richtige Ausstattung: Ein Laptop ist im Vergleich zu einem großen Monitor mit Tastatur auf Dauer kein gleichwertiges Arbeitsgerät.
Tipps zum Aufbau des Arbeitsplatzes und der Ausrichtung von Schreibtisch und Bürostuhl finden sich beispielsweise unter https://media.t3n.de/redaktion/homeofficeguide/t3n_Homeoffice_Guide.pdf. Hier finden sich auch Tipps zu digitalen Angeboten für Kinder und wichtige Hygienetipps für die Zeit in den eigenen vier Wänden.

Der Austausch von Daten sollte grundsätzlich nur verschlüsselt (TLS/SSL) oder über ein virtuelles privates Netzwerk (VPN) erfolgen, das von der IT-Abteilung aufgesetzt und vom Unternehmen zur Verfügung gestellt wird. Um betriebsinterne Daten geschützt und sicher austauschen zu können, ist ein VPN unbedingt notwendig und muss mit einem sicheren Betriebskonzept versehen sein, damit kein Loch in betriebsinterne IT-Sicherheitsmaßnahmen gerissen wird. So kann Arbeitnehmenden der abgesicherte Zugang zum firmeninternen Netzwerk bereitgestellt werden. Wer auf anderem Weg Daten schnell, einfach und Endgeräteunabhängig austauschen möchte, findet mit Open-Source-Clouds eine Alternative. Da zahlreiche Public-Cloud-Speicherdienste nicht mit der DSGVO vereinbar sind, sollte man auf Alternativen wie beispielsweise Nextcloud, setzen:
https://www.aixzellent.com/de/premium_privateclouds.

Durch die Distanz verändern sich auch die Kommunikationsstrukturen der Teams intern sowie extern. Mal eben über den Tisch rufen oder an der Kaffeemaschine mit einer Kollegin sprechen, ist im Homeoffice nicht möglich. Messenger-Programme sowie die Möglichkeit zu Videokonferenzen sind für die Zusammenarbeit bei Remote-Arbeitsplätzen ein wichtiges Werkzeug. Herausforderungen gibt es auch hier: Vielleicht gelingt die Videoverbindung nicht, wenn Mitarbeitende in einem Gebiet wohnen, das noch nicht mit Glasfasern erschlossen ist oder sich die Bandbreite für den Privatanschluss eine Bandbreite nicht unbedingt mit professionellen Ansprüchen verknüpfen lässt. Für Videokonferenzen sollte eine technische Infrastruktur mit Upload-Geschwindigkeiten mit möglichst über 10 Mbit/s bestehen. Bei der Planung von Projekten und To-Do-Punkten helfen Projektmanagement-Tools, sofern diese nicht bereits sowieso als begleitende Projektstrukturen integriert sind.

Generell gilt bei Fragen der IT-Sicherheit: Alle genutzten Tools sollten mit den Datenschutzbeauftragten des Unternehmens abgesprochen und eingerichtet werden. Denn: Erste Scammer und andere Kriminelle versuchen die Krise bereits zu nutzen. IT-Administrator:innen, die im Büro sonst schnell persönlich Wartungsarbeiten übernehmen, statt sie allen Angestellten zu erklären, müssen nun andere Wege finden, ihre Aufgaben zu erfüllen. Für die Fernwartung empfehlen wir an dieser Stelle Lösungen wie z.B. Nomachine oder Teamviewer. Mit diesen Tools können Mitarbeitende auf den Rechner einer anderen Person zugreifen und schnell Hilfestellung bei IT-Fragen und -Problemen leisten.

Ein weiteres Problem beim Homeoffice kann sein, dass Führungskräfte ihre Teams nicht mehr arbeiten sehen und dadurch Zweifel an deren Produktivität bekommen – egal, ob diese Zweifel gerechtfertigt sind oder nicht. Zwar sollten lediglich die erreichten Ergebnisse zählen – in der Realität sieht es bei vielen Unternehmen jedoch anders aus. Durch regelmäßige Berichte können Führungskräfte jedoch auf dem Laufenden gehalten und die Zweifel widerlegt werden.

Die bisherige Investition in Digitalisierung zahlt sich für Unternehmen nun zusätzlich aus. Wenn Unterlagen und relevante Informationen elektronisch vorliegen und Prozesse ausreichend digitalisiert wurden, ist eine dauerhafte Arbeit im Homeoffice möglich. Die aktuelle Krise treibt die Digitalisierung des Erwerbslebens voran und integriert das Internet in den Arbeitsalltag. Wenn Homeoffice richtig angegangen wird, kann es selbst für Teams produktiver sein als im Büro – grundlegend dafür sind jedoch die richtige Hard- und Software, ein geeigneter Workspace sowie eine passende Arbeitsweise. Herausforderungen bleiben zwar bestehen, aber vielleicht ist dies nun die Chance, Homeoffice mit dem gesamten Team auszuprobieren. Generell gilt: Wir sind alle gefordert, die Ausbreitung des Coronavirus so weit wie möglich zu verlangsamen und die Schwächsten der Gesellschaft zu schützen. Halten wir gemeinsam die Covid-19-Erkrankungsrate so gering wie möglich!

Bei weiteren Fragen steht das aixzellent-Team Ihnen jederzeit telefonisch und per Mail zur Verfügung.